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In Memoriam Lex Barker

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Interview mit Arild

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"Ja IRGENDWAS MUSS man dem Lex Barker doch hinterlassen!"

Arild Rafalzik, Buchautor, Musik- und Filmproduzent, Multitalent


Gespräch mit einem Barker-Experten

 

So haben wir auch gelacht am Samstag

Foto: Lothar Winkler/Hipp-Foto-Berlin

 

Ein Vorwort zu diesem "Interview":

Es passiert selten, dass man Leute trifft, die einen so offen empfangen wie Arild Rafalzik. Nach einem einzigen Briefkontakt und zwei längeren Telefonaten war Arild bereit, einen Samstagabend zu opfern und mit uns über sein Buch und seine Erfahrungen mit der Karl-May-Szene, Martin-Böttcher-CDs und Lex-Barker-Anekdoten zu plaudern. Der Abend wurde eher länger und was wir hier veröffentlichen, bildet nur einen winzigen Bruchteil des 7 1/2 stündigen Treffens. Was wir an Tränen gelacht und an ergreifende Geschichten gehört haben, passt auf keine Webpage. Außerdem fehlt Arilds Wahnsinns-Erzählstil, der selber schon ein Erlebnis wert ist....


Es sprechen:

Arild    Sunshine    Mouse

 

Mouse:

Was hat Dich motiviert ein Buch über Lex Barker zu schreiben? Ist ja klar, dass in der heutigen Zeit in der ganz andere Stars topaktuell sind, mit so einem Buch kaum Profit erzielt werden kann?


Arild:

Für mich gab es viele Gründe. Irgendwie habe ich gedacht: Mensch, so ein Mann, der eine ganze Generation im positiven Sinne geprägt hat und nicht einmal ein Grab besitzt -irgendetwas muss man dem doch hinterlassen! (kräftiges Kopfnicken an der anderen Tischecke). Das Zweite war, dass der Barker halt ein wahnsinnig interessantes Leben führte, wo ich mir gedacht hab, das wäre interessant für die Leute zu erfahren, was DER Topstar aus den 60-er Jahren aus seinem Leben gemacht hat.


Mouse:

Hast Du während Deinen Recherchen oder nachdem Du das Buch veröffentlicht hast irgendwelche witzigen Situationen erlebt?


Arild:

Ein witziges Erlebnis hatte ich, nachdem das Buch veröffentlicht war. Da bin ich in eine Buchhandlung gegangen, weil ich im Schaufenster so Bücher von Marlon Brando und so gesehen hab, und wie ich schon reingekommen bin, da schmunzelt mich der Verkäufer an. Ich erzähle ihm so ein bisschen, ich habe da ein Buch gemacht über Lex Barker und so, da guckt der mich an und sagt: "Wissen Sie überhaupt was das für eine Buchhandlung ist"? Dann wartet er eine Sekunde und sagt: "Wir sind eine ANDERE Buchhandlung!" Da hat doch der einfach gemeint, dass ich jetzt irgendwie rot werde oder so. Nee, habe ich mir gesagt, von DEM lässt du dich jetzt aber nicht abwimmeln und habe geantwortet: "Das macht ja nix, wenn das halt nun ne Buchhandlung ist, wo nur Männer einkaufen. Schauens mal die Fotos". Und da habe ich die schönen Bildseiten von Lex Barker als Tarzan aufgeschlagen. Auf einmal haben die Augen begonnen zu glänzen und der hat gesagt: "Ja, lassen's mir doch mal drei Exemplare da...."

Übrigens ist das Einzige, was mich die Frauen immer gefragt haben, wenn es irgendwie um Lex Barker ging: Hat der sich für seine Rolle als Tarzan die Brusthaare abrasieren müssen?

(Schallendes Gelächter auf der Couch)


Mouse:

Bitte?


Arild:

Die Frage kam bestimmt 12 mal! Das war die einzige Frage, die mir von Frauen gestellt wurde über sein Leben!


Mouse:

Da siehst Du doch wieder, wo die Leute die Prioritäten setzen, ne?


Arild:

Ja, schon wahr. Eine andere ganz lustige Geschichte hat mir Karin Dor erzählt. Also: ich habe Karin Dor gefragt, ob Lex Barker eitel war. Da sagt sie: "Ach, nicht mehr als andere Männer auch"! Und dann sagt sie: "Da fällt mir doch wieder eine Geschichte ein:
Bei den Dreharbeiten von Der Schatz im Silbersee wollten Reinl (Regisseur), Kalinke (Kameramann) und der Jugoslawe, der das Holzfloss gesteuert hat, ausprobieren wie die Kameraeinstellung vom Floss aus ist. Deswegen wollten die am Nachmittag da über den See schippern und die Kamereinstellung prüfen. Es war also Mittag, alle haben sich so richtig den Bauch vollgeschlagen, waren sehr relaxt und gingen so zu viert auf das Floss: Der kleine, glatzköpfige Kalinke, der Reinl, der Jugoslawe und eben auch Lex Barker. Und sie standen da alle auf dem Floss und die Sonne brennt und bei allen Männern hängt der Bauch durch. Der Jugoslawe stösst mit der Stange und die gucken da ein bisschen und ....

auf einmal

steht da am Ufer ein bildhübsches jugoslawisches Mädchen. Die springt ins Wasser und schwimmt auf das Floss zu. Und dann", sagte Karin Dor, "hättest Du mal diese Veränderung bei den Männern sehen sollen... Je näher das Mädchen kam, umso mehr gingen die Schultern zurück, der Bauch ging rein und das Schlimmste war: ALLE VIER MÄNNER! ALLE GLEICHZEITIG! Und als dann das Mädchen das Floss erreichte, da standen wahrlich nur noch Götter auf den Brettern!!!"


Mouse:

Jaja, sind halt eben doch alles nur Menschen...


Arild:

Auch ganz lustig war als Thomas Gottschalk bei mir bei der Arbeit angerufen hat, um mich zu meinem Buch zu beglückwünschen. (Gottschalk ist ein grosser Barker-Fan Anm. der Red.).   Auf jeden Fall nehme ich manchmal mein Telefon selber ab, manchmal mein Chef, wie auch immer. Es klingelt also das Telefon und mein Chef nimmt ab und sagt: "Herr Rafalzik, da ruft ein Herr Gottschalk an . Des wird wohl der Thomas sein". Und ich geh an den Apparat und sag noch: "Jaja...." Mein Chef ist anschliessend den ganzen Tag herumgelaufen und hat gemurmelt: Der Gottschalk hat mich angerufen, der Gottschalk hat mich angerufen...


Sunshine:

Hast Du auch mit anderen Stars diesbezüglich noch etwas besonderes erlebt?


Arild:

(Lacht) Daliah Lavi wollte beim Interview einfach nicht mehr aufhören über Lex Barker zu sprechen. Das war unglaublich....


Sunshine:

(wedelt mit einem Nscho-Tschi / Shatterhand Bild) Mensch guck mal, da sitzt der Barker sogar auf einem Kissen! Star-Treatment par excellence!


Arild:

(Lacht) Wo? Ach da! Nein, nein, das war keine Macke, da hatte der Lex Barker nur vom vielen Reiten ein bisschen ein wundes Hinterteil...


Mouse:

Apropos Macke: kommt Dir dazu spontan irgendetwas zu Lex Barker in den Sinn?


Arild:

(grinst) Ja schon. Wenn er sauer war oder sich sonst irgendwie den Rappel hatte, da nahm er den Herbert Kerz (Aufnahmeleiter, Body Double, Chauffeur etc), der war so 1.60m, und schmiss den dann immer ins Gebüsch. Und wenn der sich dann wieder aufgerappelt hatte, packte er den wieder und schmiss ihn wieder ins Gebüsch. Die haben da einen ziemlichen Spass gehabt.


Sunshine:

Hast Du während Deinen Recherchen auch mit den Kindern von Lex Barker Kontakt gehabt?


Arild:

Ja ein bisschen. Mit Lex' jüngerem Sohn Christopher, bzw, mit der Managerin von seinem Infoservice, Ilse, stehe ich in gutem Kontakt. Getroffen habe ich allerdings noch nie jemanden von seinen Kindern. Dies wird sich im September ändern, denn da findet der Christopher-Barker-Treff in München statt.


Mouse:

Mit Lynne oder Alexander hast Du nie gesprochen?


Arild:

Nein.


Sunshine:

Hattest Du von Seinen Kindern irgendwelche Reaktionen auf Dein Buch?


Arild:

(lacht herzhaft) Insofern, dass wir uns beim Geburtsdatum von Christopher um 3 Tage verhauen haben - und das passiert UNS!


Sunshine:

Uuuups

Mouse:

Autsch


Arild:

Aber dem Christopher scheint das Buch zu gefallen, er bestellt immer wieder ein paar Exemplare. Ich denke, dass er die an seine Bekannten verschenkt.

 


Zitate:


Wo 'ne Grösse ist, ist auch ein ziemlicher Tiefgang

Arild


"Ich bin total fertig"

Yvonne, nach dem dritten Umschlag Privat-Fotos


"Thornbirds the missing years? Die hat doch auch keiner vermisst"

Susan, Kommentar zu Winnetous Rückkehr

 

Dialog über das Thema Geiz:

Von den reichen Leuten lernt man sparen.

Ich weiss nicht ob ihr Menschen kennt, die wirklich viel Geld haben...

Doch, doch, kennen wir!

... die geben nie ein Trinkgeld und das ist dann immer so peinlich!

Wir haben beide keins - deswegen!

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Druckversion Letzte Aktualisierung: 01.05.2004